Deutlicher Sieg der Herren30

18 Mai 2014 Kategorien: Aktuelles

Es war der 24.11.2013, als Frank Bobzien, Olaf Henningsen, Arne Jürgensen und Andreas Koziel sich aufmachten, um den Herren30 von Rot-Weiß Niebüll das Fürchten zu lehren. Sie trafen sich in der Söruper Tennishalle, und wollten diesen Heimvorteil unbedingt nutzen.

Gespielt wurde wie üblich zunächst an den Positionen 2 und 4. Unser Kappelner Einkauf „Olli“, der bis heute kein Wort über die Höhe seines monatlichen Gehaltes verloren hat, startete voller Elan gegen seinen Gegner Rüdiger Hass. Schon beim Einspielen zeigte sich, das Olaf wie eigentlich immer einen guten Tag erwischt hatte. Sein gradliniges Spiel mit gelegentlichen Netzangriffen zeigte sofort Wirkung. Folgerichtig ging er in Führung und fuhr den ersten Satz mit 6:3 nach Hause. Wer jetzt dachte, dass Olaf im zweiten Satz nur ein Jota zurückweichen würde, wurde eines Besseren belehrt. Ohne Mitgefühl drosch er Rüdiger, der sich tapfer wehrte, weiter die Bälle um die Ohren. Mit dem fast schon legendären Siegerlächeln schüttelte Olaf nach einem ungefährdeten 6:3 6:3 seinem Gegner die Hand.

Auf dem zweiten Platz lief Andreas gegen Christian Dinsen auf. Unser Quoten-Linkshänder nutzte im ersten Satz die leichte Verunsicherung von Christian, der später sagte, dass er einige Spiele gebraucht hatte, um festzustellen, dass bei einem Linkshänder die Rückhand auf der Vorhandseite ist. Für diesen philosophischen Satz danken wir Christian noch heute. Andreas nutzte diese Verwirrung seines Gegners gnadenlos aus und fuhr den ersten Satz mit 6:3 nach Hause. Aber dann, als Christian links und rechts sortiert hatte, spielte er befreiter auf und zeigte Andreas immer wieder seine Grenzen auf. Während die Bälle von Andeas hin und wieder ungebremst an die gegenüberliegende Wand krachten, zeigte sein Gegner mitunter filigranes Tennis. Folgerichtig ging der zweite Satz mit 6:3 an Christian, so dass der Champions-Tie-Break entscheiden musste. Hier ging Andreas früh in Führung, jedoch konnte Christian zur Mitte ausgleichen. Andreas gelang dann aber doch noch das ersehnte Minibreak, so dass er das Match mit 6:3 3:6 10:7 einfahren konnte.

In der zweiten Runde lief Frank gegen Tim Hansen auf. Sofort merkte man, dass er seine Niederlage gegen Rödemis vergessen machen wollte. Völlig verändert gegenüber dem ersten Punktspiel machte Frank mit seinem Gegner kurzen Prozess. Leichtfüßig tänzelnd und flink wie ein Wiesel erlief er selbst platzierte Bälle von Tim, der einem fast schon leid tun konnte. 6:2 ging der erste Satz an Frank. Im zweiten Durchgang dann kaum andere Vorzeichen. Während Tim alles gab, was er konnte, hatte Frank beinahe immer eine passende Antwort parat. Insbesondere seine stilistisch hervorragende Rückhand fand immer wieder ihr Ziel und setzte Tim gehörig unter Druck. Diesem Druck musste Tim sich schließlich mit 6:2 6:2 beugen. Und Frank hatte gezeigt, dass man in dieser Saison noch mit ihm rechnen musste.

Arne ging hochmotiviert in sein Einzel gegen Julien de-Leeuw. Der Fischer mit holländischen Wurzeln war für Arne kein Unbekannter. Schon in vorangegangenen Punktspielen war Julien stets ein harter Gegner für die Söruper gewesen. Und so sollte es auch diesmal wieder werden. Während Arne fast wie in Trance auf den Platz marschierte und eine gewisse Angespanntheit zeigte, wirke Julien geschmeidig wie ein Glas Gelee. Dennoch schenkten sich beide nicht einen Punkt. Das Spiel war schnell und von äußerst harten Aufschlägen geprägt. Letztlich musste Arne den ersten Satz dann aber unglücklich mit 4:6 abgeben. Wer nun aber dachte, dass das schon eine Vorentscheidung gewesen wäre, hatte sich getäuscht. Arne spielte im zweiten Satz wie aus einem Guss, machte nahezu keine Fehler und zeigte mit einem glatten Durchmarsch, dass er dieses Spiel unbedingt gewinnen wollte. Alle Zuschauer dachten nun, das Arne auch den Champions-Tie-Break gewinnen würde, denn er ließ im zweiten Satz keinen Zweifel an seiner Klasse. Es kam aber leider (einmal mehr) anders. Der im zweiten Satz so grandios aufspielende Arne verwandelte sich in Sekunden in einen passiv agierenden Spieler und machte keinerlei Druck mehr. Es wirkte, als hätte er die Hosen bis zum Rand voll. Julien hingegen erkannte die Schwäche seines Gegners sofort und nutzte sie gnadenlos aus. Auch in der Höhe verdient verlor Arne den dritten Satz und damit das Match mit 4:6 6:0 und 3:10. Sein persönliches Drama mit dem Namen Champions-Tie-Break ging also weiter. Es war wie verhext.

Mit einem guten 3:1 nach den Einzeln starteten kurz darauf die Doppel. Frank und Arne trafen im ersten Doppel auf Rüdiger und Julien. Dabei musste Frank zunächst als Psychologe fungieren, denn Arne ließ den Kopf nach seinem verlorenen Einzel noch immer hängen. Aber selbst diese Funktion nahm Frank heute mit Bravour wahr, denn plötzlich schien es auch bei Arne Klick gemacht zu haben. Wie ausgewechselt spielte er an der Seite von Frank auf, und beide machten schnell deutlich, dass sie dieses Doppel unbedingt gewinnen wollten. Der erste Satz ging zügig mit 6:3 an unser Doppel. Auch im zweiten Durchgang spielte das starke Duo souverän auf. Frank überzeugte durch sein hervorragendes Volleyspiel genauso wie Arne mit seinen druckvollen Grundschlägen. Julien und Rüdiger hatten dem schließlich nichts mehr entgegenzusetzen und mussten sich auch in der Höhe verdient mit 3:6 2:6 geschlagen geben.

Unser Traumdoppel, bestehend aus Olaf und Andreas, lief äußerst selbstbewusst gegen Tim und Christian auf. Jedoch zeigte sich in den ersten Spielen, dass dieses Match ein hartes Stück Arbeit werden könnte. Die Niebüller zeigten sehr ansehnliche Schläge und machten deutlich, dass sie sich keineswegs so einfach geschlagen geben würden. Bis zum Stand von 5:5 verlief das Spiel absolut ausgeglichen. Doch dann erzielten unsere Jungs das ersehnte Break und brachten den ersten Satz im Anschluss mit 7:5 ins Trockene. Jetzt gab es kein Halten mehr. Im zweiten Satz spielten sich Olaf und Andreas in einen absoluten Rausch. Es gelang ihnen einfach alles, so dass Tim und Christian schon fast Mitleid verdient hatten. Aber eben nur fast. Mit 7:5 6:0 ging das Match an unser Doppel.

Die Würfel waren also gefallen. Die Niederlage zu Beginn der Saison wurde eindrucksvoll mit einem Sieg egalisiert. Das Ziel, in der Tabelle nicht den Anschluss an die Spitze zu verlieren, war erreicht. Im Anschluss an die Spiele gab es wie immer ein traditionelles Essen, bei dem alle Beteiligten noch den einen oder anderen Ballwechsel Revue passieren ließen. Die sympathischen Niebüller fuhren schließlich zwar ohne Punkte aber mit gefüllten Bäuchen gen Heimat. Alle Beteiligten waren sich einig, dass man sich demnächst gern einmal wieder duellieren würde, denn der Tag war rundum ein gelungener.

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